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Aktuelles aus der Region Nordrhein

Der gelungene FachtagLebensNarben, LebensKräfte“ am 11.10. Erfolg, Ermutigung, Ressourcenstärkung für die traumasensible Begleitung alter Menschen

Am 11. Oktober 2017 fand in Köln der Fachtag „LebensNarben, LebensKräfte. Menschen im Alter traumasensibel begleiten – Belastung lindern – Ressourcen stärken“ statt. Ausgerichtet hat ihn die Regionalstelle Nordrhein der Landesfachstelle Trauma und Leben im Alter NRW.

Fachvorträge am Vormittag sowie zwei Podiumsgespräche am Nachmittag zeigten das breite Spektrum traumasensibler Ansätze im Umgang mit alten Frauen und Männern auf. Über 180 Teilnehmende aus Pflege und Gesundheitsberufen, Therapie und Beratung, SeniorInnenarbeit und Wohlfahrtsverbänden, Wissenschaft und Behörden sahen sich ermutigt von der Vielfalt  der präsentierten fundierten Konzepte für eine traumasensible Begleitung von Menschen im Alter und diskutierten Anwendungsmöglichkeiten in ihren Praxisfeldern. Zahlreiche Tagungsgäste vermeldeten am Ende des Tages ihr Interesse an weiterer Information, Beratung bzw. Schulung durch die im September 2016 gegründete Landesfachstelle.

Mit Grußworten aus dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales sowie von medica mondiale e.V., den hochkarätigen Vorträgen von Prof. Luise Reddemann (Universität Klagenfurt) und Dr. Claudia Gärtner (Fliedner-Stiftung), der Vorstellung der Landesfachstelle durch Martina Böhmer, den Podiumsbeiträgen der Beiratsmitglieder Bettina Mühlen, Tomris Grisard, Sonja Schlegel, Martina Hahn, Olaf Reddemann und Ernst Sievers sowie von den Team-Frauen der Regionalstelle Nordrhein Martina Böhmer, Christiane Weiling, Daniela Halfmann und Kathleen Battke war dieser Tag für alle Beteiligten ein spürbarer Erfolg in dem Anliegen, vermehrt Öffentlichkeit zu schaffen für das Thema eines traumasensiblen Umgangs mit Menschen im Alter.

Helga Kirchner (ehemalige WDR-Chefredakteurin und Paula e.V.-Vorstandsfrau), die den Tag souverän, sensibel und humorvoll moderierte, machte die Dringlichkeit dieser Arbeit abschließend mit einem starken Sprachbild deutlich: „Ein Trauma ist ein Attentat auf das Verstehen der Welt.“ Die Landesfachstelle unterstützt Fachleute in Pflege und SeniorInnenarbeit dabei, diese „Attentate“ zu verhindern bzw. alten Frauen und Männern nach einer solchen schweren Erfahrung ihre Lebenskräfte wieder zugänglich zu machen.

 

Fachtagung der Regionalstelle am 11. Oktober in Köln

Die Tagung ist ausgebucht! Sie können sich weiterhin anmelden, wir haben eine Warteliste eingerichtet.

Am 11. Oktober veranstaltet die Regionalstelle Nordrhein eine Fachtagung zum Thema „Trauma und Leben im Alter“. Im Rahmen von Fachvorträgen und Podiumsdiskussionen mit Expert*innen soll eine breite Sicht auf das Thema gewährleistet werden. Dabei werden aktuelle Erkenntnisse und Diskussionslinien aus Wissenschaft und Praxis ihren Platz haben.
In langjähriger praktischer Arbeit haben sich wirksame Ansätze und Methoden zum Umgang mit traumatisierten älteren Menschen entwickelt, die jetzt auch im wissenschaftlichen Kontext ankommen. Die Landesfachstelle Trauma und Leben im Alter NRW versteht sich hier als Brücke und Lotsin für alle, die mit älteren Menschen und für sie arbeiten, forschen und gesunde Strukturen schaffen. Ein Beitrag dazu ist diese Tagung.
Sie wirbt damit für eine Haltung der Mitmenschlichkeit und professionellen Traumasensibilität in der Begleitung älter Frauen und Männer, die seelische Narben tragen. Sie stellt Ansätze und Beispiele des Gelingens vor, ermutigt zu einer ressourcenorientierten Perspektive und bringt Akteur*innen ins Gespräch – damit die LebensKräfte trotz der LebensNarben weiter wachsen können.

Referent*innen sind unter anderem Professorin Dr. Luise Reddemann und Dr. Claudia Gärtner. Moderieren wird die Tagung Helga Kirchner, ehemalige WDR Chefredakteurin und Vorstandsfrau von Paula e.V..
Nähere Informationen zur Tagung entnehmen Sie bitte dem Tagungsflyer LebensNarben, Lebenskräfte ⇓ und zu den Referent*innen den Weitergehende Informationen zur Fachtagung LebensNarben – LebensKräfte,11.10.2017, Köln, die Sie hier downloaden können.

 

Dritte Beiratssitzung: Heterogenität von Zielgruppen im Blick behalten

Schwerpunktsetzung ja – Schubladendenken nein. So lautet das Fazit der dritten Beiratssitzung, in der sich die Expert*innen aus ihren unterschiedlichen Blickwinkeln mit ersten Überlegungen zu zielgruppenspezifischen Angeboten und Ansprachekonzepten der Landesfachstelle auseinandersetzten. Um für die besonderen Belange bestimmter Gruppen älterer Menschen zu sensibilisieren, erscheint neben der laufenden, bewusst sehr breit angelegten Landesfachstellenarbeit auch die Akzentuierung ausgewählter Schwerpunktthemen sinnvoll. Dabei muss im Blick behalten werden, dass die angedachten Zielgruppen „alte Männer“, „Menschen mit der Diagnose Demenz“ sowie „ältere Menschen mit geistiger Behinderung“ in sich sehr heterogene Gruppen darstellen. Die Bandbreite innerhalb dieser Gruppen muss bei allen Kampagnen und Angeboten eine wichtige Rolle spielen, so die einhellige Meinung der anwesenden Expert*innen. Dennoch macht es Sinn diese Gruppen im Zusammenhang mit dem Thema Trauma noch einmal stärker in die öffentliche Wahrnehmung zu rücken.

 

Kostenlose Vortrags-, Schulungs- und Beratungsangebote werden immer stärker nachgefragt

Die Angebote der Landesfachstelle „Trauma und Leben im Alter“ werden von der Praxis immer stärker nachgefragt. Neben Vorträgen besteht auch ein großes Interesse an kostenlosen Schulungen. Umfang und inhaltliche Schwerpunkte der Angebote orientieren sich an den Bedarfen der Kund*innen. Von der zweistündigen Einführungsveranstaltung, die einer ersten Sensibilisierung und Annäherung ans Thema dient, bis hin zur ganztägigen Schulung für Leitungskräfte ist alles dabei. Schwerpunkte sind je nach Teilnehmer*innenkreis „Trauma und Demenz“, „Trauma im Kontext von sexualisierter und häuslicher Gewalt“, „Genderspezifischer Umgang mit Trauma“, „Trauma und geistige Behinderung“ oder auch „Trauma und Migration“. Die Ausgestaltung der Schulungen und die inhaltliche Schwerpunktsetzung wird von den Mitarbeiterinnen der Landesfachstelle mit den jeweiligen Unternehmen, Beratungsstellungen und Einrichtungen individuell abgestimmt. Ab 2018 sind aufgrund von Nachfragen durch Einzelpersonen auch professionsübergreifende Schulungen zu festen Terminen angedacht.

 

Zweite Beiratssitzung: Praxisnahe Schulungs- und Coachingangebote für mehr Nachhaltigkeit

Ein „Traumasensibler Umgang“ muss dauerhafte Präsenz in der praktischen Arbeit der unterschiedlichen Berufsgruppen erlangen. Darin waren sich die Expert*innen im Rahmen der zweiten Beiratssitzung Ende Mai 2017 in Köln einig. 
Im Rahmen der Sitzung wurden unterschiedliche Möglichkeiten zur nachhaltigen Verankerung des Themas diskutiert. Neben der Entwicklung niedrigschwelliger Ansprache- und Informationsangebote stand vor allem die Ausgestaltung von Schulungs- und Beratungsangeboten im Mittelpunkt der Diskussion. Die Ideen reichen von einer Jahres-Fortbildungsreihe mit regelmäßigen kurzen Infoveranstaltungen, über arbeitsbegleitende Schulungen, eine langfristige Begleitung durch Fallsupervision sowie die Implementierung von erfahrungsbasiertem Lernen. Zahlreiche Beiratsmitglieder haben eine über die Beiratsarbeit hinausgehende Unterstützung bei der Entwicklung und Verbreitung entsprechender Angebote bekräftigt. Wichtig ist es aus Sicht der Expert*innen, dass unabhängig vom Format der Angebote, der praktische Nutzen von Erlerntem, Methoden und Instrumenten deutlich wird.

 

Team in Nordrhein hat zwei neue Gesichter

Kathleen Battke und Daniela Halfmann ergänzen ab Mitte Mai 2017 das Team der Regionalstelle Nordrhein. Daniela Halfmann ist Ethnologin, systemischer Coach und Fachberaterin für Psychotraumatologie (in WB). Ihre Themenschwerpunkte sind Traumabegleitung / -beratung in den Kontexten Flucht / Migration, rassismuskritische Ansätze und Alter. 
Kathleen Battke ist Sprach- und Kommunikationswissenschaftlerin, PublicRelations-Beraterin (DAPR), Autorin und Begleiterin von Wandelprozessen in Teams und Organisationen sowie Demenz-Begleiterin. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Kriegskinder, Ressourcenorientierte Begleitung, Biografiearbeit und biografisches Schreiben, Organisationsentwicklung und Öffentlichkeitsarbeit. Beide sind mit 10 Stunden pro Woche in der Landesfachstelle aktiv.

 

Erste Beiratssitzung: Angst vor dem Thema Trauma muss abgebaut werden

Pflegekräfte, aber auch Ärzt*innen und Mitarbeiter*innen in z. B. Beratungsstellen sind oft unsicher, was es bedeutet, dass alte Menschen traumatisiert sein können und wie sie damit umgehen sollen. Aus Sicht der Expert*innen ist diese Angst unbegründet: Die wenigsten Betroffenen brauchen eine Traumatherapie, denn es ist in der praktischen Arbeit gar nicht erforderlich, gegenüber den älteren Menschen ein Trauma als Solches zu benennen. Traumasensibler Umgang bedeutet vielmehr, davon auszugehen, dass jeder Mensch ein (oder mehrere) Trauma(ta) erlebt haben oder neu erleben kann. Durch wertschätzendes und achtsames Verhalten werden die älteren Menschen so weit wie möglich vor neuen Traumatisierungen geschützt, bzw. darin traumasensibel begleitet. Das Ziel dabei ist es, den alten Menschen Sicherheit durch Autonomie und Stärkung der eigenen Ressourcen zu geben.
Eine wichtige Aufgabe für die Landesfachstelle ist es daher, den Praktiker*innen deutlich zu machen, dass traumasensibles Umgehen nur mit einem Wissen um das Thema Trauma (Definition, mögliche Ursachen und Traumafolgen) möglich ist. Es muss darum gehen, dass die Botschaften hinter dem Verhalten alter Männer und Frauen wahrgenommen werden. Gelingt dies, führt traumasensibles Arbeiten zu einer Entlastung der betroffen alten Menschen und ebenso für die begleitenden Praktiker*innen.

 

Beirat zur Unterstützung der Landesfachstellenarbeit implementiert

Ziel der Landesfachstelle ist es, eine geschlechterspezifische und traumasensible Beratung, Unterstützung, Begleitung, Pflege und Betreuung für alle älteren bis hochaltrigen Frauen und Männer in NRW zu fördern. Externe Expert*innen sollen mit möglichst breitgefächerten Sichtweisen zum adäquaten Umgang mit älteren traumatisierten Menschen unterschiedlicher Herkunft, Sozialisation, sexueller Orientierung und Identität im Rahmen der medizinischen Versorgung, der Therapie, der pflegerischen und betreuenden Begleitung sowie der Beratung und Prävention zur Vermeidung (erneuter) Traumatisierung einen wichtigen Beitrag zur Erreichung dieses Ziels leisten.
Die Expertise der Beiratsmitglieder und ihre unterschiedlichen Sichtweisen auf die genannten Themenfelder sollen vor allem dazu genutzt werden, geeignete Ansprache- und Umsetzungskonzepte zur Etablierung eines traumasensiblen Umgangs mit alten Menschen zu diskutieren und vorhandene Konzepte weiterzuentwickeln.

 

Landesfachstellenmitarbeiterin referierte auf der 16. Wissenschaftlichen Arbeitstagung Gerontopsychosomatik und Alterspsychotherapie

Ende Februar referierte Christiane Weiling im Rahmen der 16. Wissenschaftlichen Arbeitstagung Gerontopsychosomatik und Alterspsychotherapie in Münster zu den Bedarfen alter traumatisierter Männer.
Im Rahmen des Vortrags wurde auch auf die Arbeit der neuen Landesfachstelle Trauma und Leben im Alter – Traumasensibler Umgang mit alten Menschen NRW hingewiesen. Im Rahmen der Arbeitstagung konnten Expert*innen aus der Gerontopsychosomatik und Alterspsychotherapie motiviert werden, die Arbeit der Landesfachstelle aktiv zu unterstützen. Anknüpfungspunkte stellen z. B. die Entwicklung von Ansprachekonzepten für alte traumatisierte Männer oder die Sensibilisierung der (Fach-)Öffentlichkeit für das Thema Trauma und Leben im Alter dar.

 

Sehr gute Resonanz nach Auftaktveranstaltung im MGEPA

Viele positive Reaktionen von Akteur*innen aus der Gesundheits-, Frauen-, Senioren- und Traumaarbeit gab es nach der Auftaktveranstaltung der Landesfachstelle Trauma und Leben im Alter – Traumasensibler Umgang mit alten Menschen NRW.
In persönlichen Gesprächen, Telefonaten und per eMail betonten viele Akteur*innen gegenüber der Regionalstelle Nordrhein, wie wichtig die neue Landesfachstelle aus ihrer Sicht sei und welche Synergieeffekte sie für ihre Arbeit durch die Kooperation mit der Landesfachstelle sehen. Aufgrund der Presseveröffentlichungen auf der Seite des Gesundheitsministeriums NRW und in diversen Fachzeitschriften gab es bereits erste Anfragen zur Arbeit der Landesfachstelle aus dem Bereich Nordrhein, aber auch aus Hessen, Bayern und Baden-Württemberg.